GDDM = Gemeinsame Deutsche Drachenboot Meisterschaften

Da in zwei Verbänden das Drachenbootfahren organisiert wird, nämlich im DKV (Deutscher Kanu-Verband) und im DDV (Deutscher Drachenboot Verband e.V.) und beide Verbände aber gemeinsam diese Meisterschaften organisieren, kommt eben das "G" für "Gemeinsame" noch vor das "DDM"...

 

Veni, vidi, ..."discere"! -->
Wir kamen, wir sahen, wir..."lernten"!

Was sind unsere Ziele, wohin wird sich die Abteilung, das Team entwickeln?
Wie viel Leistung, in sportlicher Hinsicht, wollen und können wir erbringen?
Wir sind eine starke Gruppe und mit unserem Engagement und den vielen Veranstaltungen ein fester und angesehener Bestandteil des Jahresplans in Ladenburg und deutlich über die Stadtgrenzen hinaus.
Bei allem um den Sport herum, kann uns kaum einer etwas vormachen! Hier sind wir wahnsinnig stark!

In rein sportlicher Hinsicht haben wir unsere Grenzen bisher aber weder wirklich getestet noch erreicht.
Was kann eine kleine Vereinsmannschaft mit einem Pool aus Leuten der umliegenden Gemeinden leisten?
Wie viel Training kann der Einzelne absolvieren und wie weit können wir kommen?
Wir haben Potential, hier wollen wir uns weiterentwickeln!
Der erste Schritt wurde dieses Jahr mit der Umsetzung eines lange gehegten Traumes unseres Trainers, Christian Gebler, gemacht.

Wir fahren zur GDDM nach Schwerin!

 

 

Die Smallboot-DM wird ausschließlich in einer Klasse (Leistungsklasse und Breitensport gemeinsam) ausgefahren!

Junioren (u 18):          Open – Mixed – Frauen

Premium:                   Open – Mixed – Frauen

Masters (ü40):            Open – Mixed – Frauen

Grand Dragons (ü50): Open – Mixed – Frauen

 

Gemeldet wurden drei Teams, Frauen (200m, 2000m), Mixed (200m, 500m) und Open(200m, 500m), in der Premium-Klasse --> härter geht es nicht!
Doch das hatte nichts mit Selbstüberschätzung zu tun, sondern war aus personellen Gründen nicht anders möglich.
Wir hätten in keiner der anderen „Altersklassen“ ein Boot voll besetzen können.

Es war klar, hier treten wir mit einer bunt gemischten Mannschaft  und einem über 40 Jahre liegenden Altersdurchschnitt gegen Teams mit einem Altersdurchschnitt von um die 25 Jahre, aus Vereinen mit langer Kanu-Tradition und einem ganz anderen Pool an Sportlern, an.
Ganz klar war, hier geht es nicht um Siege, hier geht es ums Mithalten, um das Sammeln von Erfahrung und zu sehen wohin wir wollen und können!

Mit großem Aufwand von Christian Gebler und Frank Meiritz organisiert, unterstützt von Tanja, starteten wir nach einem schon lange auf die DM ausgerichteten Trainingsplan am Freitag, 17.06.2016 sehr früh, gemeinsam in einem Bus mit Rolfi, als Fahrer, nach Schwerin.

Es war eine lange Fahrt und durch einige kleinere Verzögerungen verpassten wir das angestrebte Training am Freitagabend. Das wäre wichtig gewesen, denn dabei wollten wir das uns bisher unbekannte Fahrverhalten der neuen International High Performance Small Racing Drachenboote kennenlernen.

Bei uns hatte sich die nicht ganz so geschickte Ansage verbreitet, die Boote seien wesentlich wackeliger als unser Shorty.
Klar, sind sie auch! Fahren kann man sie trotzdem ohne Probleme!
Als ständiges Gesprächsthema um die ersten Rennen ergab sich aber alleine daraus ein psychologischer Nachteil, der zu einer Anspannung im Team und bei den Steuerleuten führte und uns die ersten Läufe negativ begleitete. Dazu kam für die Steuerleute auch das Einfahren in die Startschranken; ein System, das alle Boote auf gleiche Höhe liegen lässt. Schranken, an die angefahren wird und die beim Startsignal nach unten ins Wasser kippen.
Sehr ungewohnt für uns und bei dem zunächst deutlichen Seitenwind nicht einfach zu halten.

Untergebracht waren wir in einem netten kleinen Hotel ein ganzes Stück von den Rennstrecke entfernt und nur mit dem Bus zu erreichen. Nachdem wir freitags noch kurz an der Strecke waren um die Meldeformalitäten zu erledigen, ging es mit dem Bus direkt weiter ins Hotel.

06:00 Uhr Frühstück, 06:30 Uhr Abfahrt, wurde uns von unserem Trainer beim ersten sehr leckeren Abendessen im Hotel für die nächsten beiden Tag vorgegeben. Wir mussten schließlich die ersten Läufe schon gegen 08:00Uhr bestreiten und mit Anfahrt, vorbereiten usw. wäre es ansonsten nicht zu schaffen gewesen. Für die Tagesverpflegung erhielt jeder ein klasse Lunch-Paket mit auf den Weg, welche mit viel Aufwand von den Leuten des Hotels für uns  gerichtet worden waren.

Die ersten beiden Läufe am Samstag bestritt das Mixed-Team auf 200m. Schnell merkten wir, dass wir unsere Taktik, vor allem was die Schlagfrequenzen anging, ändern mussten. Zwar wurden wir im ersten Lauf Dritter und zumindest ich fasste ein wenig Hoffnung, allerdings zeigte uns schon der zweite Lauf deutlich die erwarteten Grenzen. Bei den Starts kamen wir sehr gut weg, waren oft ganz vorne, ließen aber spätestens im letzten Teil der Strecke deutlich nach.

Danach hatten Das Open-Boot und das Frauen-Boote seine beiden 200m-Rennen und am Abend kämpften sich dann noch die Damen über die 2000m.

Der erste Tag war vorüber; wir hatten das Maximum für uns herausgeholt und waren alle zufrieden mit dem Bus ins Hotel zum zweiten leckeren Abendessen zurückgekehrt.

Sonntag; heute standen die 500m-Rennen an. Zuerst kämpfte das Mixed-Team in zwei Läufen und danach das Open-Team. Die Damen, die nicht im Mixed-Boot fuhren, hatten frei uns unterstützten die Anderen gemeinsam mit den mit- oder separat angereisten Freunden, die uns das ganze Wochenende anfeuerten.

An unserer Taktik arbeitend, hatten wir uns stetig verbessert, konnten immer besser mithalten und fuhren sehr starke Rennen.
Der Erfahrungszuwachs an diesem Wochenende war unglaublich!



Uns war prophezeit worden, dass wir in jedem Lauf 2-3 Bootslängen abgenommen bekommen würden.
Altersdurchschnitt und Mannschaftszusammensetzung, sowie unser Trainingspensum und der Erfahrungssstand ließe nichts anderes zu!

Wir haben unsere Ziele erreicht!!
Wir haben uns deutlich gesteigert und viel gelernt, wir sind immer am Ball geblieben, haben bis ans Limit gekämpft und sind aus jedem Rennen mit Freude und Spaß heraus gekommen und dabei nicht auf dem letzten Platz gelandet. Natürlich haben wir rein Leistungstechnisch eine Packung nach der anderen kassiert! Wir haben uns jedoch stärker gezeigt als erwartet, was auch bei anderen Vereinen einige anerkennende Worte und Respekt fand.
Mit unserem Ergeiz und Biss hätte ein körperlich etwas stärkeres Team hier alles abgeräumt! Da bin ich mir sicher!

Es war ein geniales Wochenende und hat den Drachenbootsport in Ladenburg sportlich gesehen um einiges nach vorne gebracht.

Jetzt muss sich zeigen was wir daraus machen können. Werden wir Mannschaften schaffen können, die auch in ihren Altersklassen starten? Werden wir ein wirkliches Rennteam erstellen? Keine schwammigen Grenzen zwischen unserem beliebten Prosecco-Dampfer und dem Rennteam? Eine klare Leistungs-Mannschaft mit dem Ziel der erfolgreichen Teilnahme z.B. an der DM?
Sind alle bereit und in der Lage an einem Strang zu ziehen und können wir das als kleine Mannschaft aus einer Abteilung eines Fußballvereins durchhalten und gegen Mannschaften aus großen Kanuvereinen mit jahrzehntelanger Erfahrung erfolgreich antreten?
Die Trainer wünschen es sich und kämpfen dafür. Ich hoffe, wir können hier anknüpfen und uns an den gemachten Erfahrungen weit nach oben ziehen.

Dank an alle Organisatoren und jeden, der uns unterstützt hat! Es war ein tolles Wochenende und wird nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Ganz zum Schluss; am meisten beeindruckt hat mich persönlich an diesem Wochenende unser Damenteam. Ich möchte eigentlich keine Ergebnisse aufzählen, da sie meine gewünschte Aussage nicht unterstützen. Hier möchte ich aber eine Ausnahme machen!
Unser Damen-Team hat am Samstag, trotz harten Kampfes, auf den 2000m eine ordentliche Schlappe erhalten. Von „Mitfahren“ kann hier nicht mehr gesprochen werden; wir fuhren hinterher! Bei mir persönlich war die Stimmung gerade am kippen! Ich war fertig von den Rennen und hatte insgeheim wohl auf ein Wunder gehofft.
Ich stand an Land, erwartete bei der Rückkehr lange Gesichter und miese Laune… und war zunächst sehr überrascht und dann sehr glücklich und stolz auf eine Mannschaft, die so ein Rennen bis zum Ende durchgefahren war und dann noch mit Jubeln und Lachen aus dem Boot kam. Man hatte alles gegeben, war glücklich und zufrieden. Mehr ging nicht!
Das hat viel Eindruck gemacht, bei mir und auch bei den Menschen um uns herum!

Eine klasse Leistung!

 

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