Die Geschichte eines kleinen Abenteuers:

Zunächst sah es in Ladenburg schlecht aus... zu wenig Paddler hatten Zeit oder Lust mit zur Vogalonga nach Venedig zu kommen.
Die zunächst doch noch wachsende Teilnehmerzahl wurde nach dem Rückzug einiger Mitfahrer wieder rasant kleiner...

Und nun? Wir wollen unbedingt dort hin!

Das war die klare Aussage der übrigen, bestehend aus Nicola, Tanja, Marvin und mir (Zagg).

Nach vielen Telefonaten und Mails an alle möglichen Vereine aus der Region dann die frohe Botschaft aus Saarbrücken.
Hier wurde die Vogalongateilnahme groß organisiert und sie hatten für uns vier Platz.

Danke, euch!


Selbst als kurzfristig noch Laura zu uns stieß, stellte das kein Problem dar.
Nun waren wir komplett und das Auto war voll!

Vogalonga wir kommen!

Wir sollten zwei Boote mit nach Venedig bringen und wollten diese mit dem Vereins-Pickup dorthin ziehen.
Allen war klar, in dem Auto wird es eng zu fünft.

Freitag, 17.05.13, 19:30 Uhr, endlich fertig gepackt und startklar.
Das Abenteuer begann!

 

Die für den Zweck eigentlich zu geringe Leistung des Zugfahrzeugs ließ das Ganze zu einem großen Abenteuer werden.
Kurz nach Karlsruhe, an den ersten kleinen Steigungen der Route, wurde dann allen bewusst, wie entscheidend die Auswahl der Strecke mit den wenigsten Steigungen nach Venedig ist.


Egal, wir schaffen das und ziehen es nun durch!

Bis kurz nach Stuttgart, höhe Kirchheim unter Teck, lief alles ganz gut. Die Leistung des Pickups an den Steigungen ärgerte zwar einige LKW-Fahrer, die uns dann alle am Berg überholten, wir kamen jedoch voran.

2,5 Stunden hatten wir bis hier hin bereits gebraucht (Stau auf der A5 usw.) und mir ahnte nichts Gutes was die weitere Fahrzeit anging.

An einer kleinen Steigung gab es kurz vor dem Erreichen der Kuppe einen kleinen Ruck, der Motor drehte hoch und die Kupplung war ohne weitere Vorzeichen am Ende!

Da wir in der Steigung auf der zweispurigen Autobahn keine Möglichkeit zum Anhalten hatten (der Standstreifen war durch Baumaschinen belegt) quälten wir das Gespann noch mit dem letzten Rest Kupplung über die Kuppe um möglichst sicher auf dem dortigen freien Standstreifen zum Stehen zu kommen.

Was nun?

Abgesehen davon, dass wir selbst unbedingt nach Venedig wollten, was auch auf die schnelle noch gut anders zu organisieren gewesen wäre, hatten wir ja die Verpflichtung die beiden Boote dorthin zu bringen. Dort warteten ja bereits 30 Leute auf die beiden Boote...

Zunächst schleppte uns ein netter Mitarbeiter des ADAC von der Autobahn und versuchte uns auch mit einem Ersatzwagen zu helfen.
Das einzige zu dieser Uhrzeit verfügbare Fahrzeug mit Anhängerkupplung war ein Golf Kombi, der unserem Zweck wohl nicht ganz gerecht wurde.

Nun standen wir da...

Mit schlechtem Gewissen riefen wir letztendlich unseren Dietmar Schuff an und fragten ihn um Hilfe.
Wir wissen wie viel er um die Ohren hat und auch wie viel er ansonsten schon für uns macht, sahen aber keine Lösung mehr.

Danke Dietmar, du hast uns und vor allem auch den anderen Paddlern aus Saarbrücken viel Ärger und eine große Enttäuschung erpart!

 

Unglaublich schnell traf Dietmar mit einem Helfer und zwei Fahrzeugen bei uns ein. Er übergab uns sein Service-Fahrzeug, ein bestens geeigneter Peugeot Bus mit allem Komfort und fuhr selbst mit dem zweiten Wagen wieder zurück.

Den Pickup ließen wir an einer Feuerwache, nachdem wir mit netter Hilfe der Feuerwehrleute die Polizei auch noch informiert hatten, auf einem öffentlichen Stellplatz stehen.
Nach dem Umladen ging es endlich mit guter Stimmung und ca. 3 Stunden Verspätung weiter.

Die restliche Fahrt verlief mit dem tollen Auto sehr angenehm. Trotz sehr dichtem Verkehr und einigen Staus kamen wir ganz gut voran.

Die Stimmung war durchgehend super, selbst als es mal Komplikationen mit dem Anfahren eines Rastplatzes mit guter Toilette gab, blieben alle heiter.
Dank des Staus und der geringen Anzahl an Rastplätzen, die wenigen waren so überfüllt das sie mit dem langen Hänger nicht wirklich befahren werden konnten, fand sich mal eine längere Zeit keine Möglichkeit eine Damentaugliche Toilette zu besuchen was zu viel Gezappel führte uns dann aber letztendlich doch noch gelang.

Unsere Bedenken ;-) , an der Grenze als Müllschieber verhaftet zu werden, erwiesen sich als überflüssig.
Die für den Transport auf der Ladefläche des Pickups in Müllsäcke gepackten Gepäckstücke ließen die Ladefläche des Busses wie einen Mülltransporter aussehen.

Mit mehr kleinen Pausen als erhofft und einer größeren Schlafpause erreichten wir am Samstag nach über 20 Stunden Fahrt endlich unser Ziel.

Nach dem Verfahren der Boote und dem Auspacken konnten wir nur kurz das gute Wetter genießen. Nach einem Besuch bei den Saarbrücknern , einer kleinen Mahlzeit und einem kurzen Spaziergang zum Strand vielen wir alle total müde ins Bett um uns für den um 07:00 Uhr geplanten Start am nächsten Morgen zu erholen.

Sehr glücklich waren wir über die tollen Hütten des Campingplatzes und über die schönen Shirts, die von Saarbrücken organisiert waren.

Der Samstag empfing uns mit schlechtem Wetter und teilweise ordentlichem Regen.

Trotzdem machte sich die Mannschaft, wir waren glücklicher Weise alle zusammen in einem Boot bei den Saarbrückern, mit guter Stimmung auf dem Weg. Ich freute mich über die Ehre, wegen des Ausfalls des geplanten Seuermanns, das Steuer übernehmen zu dürfen.

Nicola und Marvin und Laura wechselten sich am Schlag ab, vor Tanja auf Bank 3.

Das Boot lief gut, wir fuhren mit den vier durch Saarbrücken organisierten Booten in Richtung Start am Markusplatz.

Gemeinsam mit einer unglaublichen Masse an Booten starteten wir zusammen in die 39. Vogalonga und begaben uns gemeinsam auf den fast 30 km langen Rundkurs um und durch Venedig.

Der Wettergott war uns gut gestimmt und ließ nach der Durchfahrt von Murano, direkt bei unserer Einfahr nach Venedig die Wolkendecke aufreißen und die Sonne hervor kommen.
Bei gutem Wetter paddelten wir durch Venedig, den Canal Grande und näherten uns dem Ziel.

In wesentlich kürzere Zeit als im Vorjahr erreichten wir, trotz zwei kurzen Zwischenstopps, letztendlich wieder den Markusplatz. und empfingen unsere Urkunden und Medaillen.


Die Italiener hatten aus dem Satu bei der Einfahrt nach Venedig vom Vorjahr gelernt und schafften es die Boote vorher auf der großen Wasserfläche durch Polizeiboote so zu stauen, dass die Durchfahrt letztendlich wesentlich unkomplizierter und ohne Verkeilen und Drängeln super gelang.

Etwas happig gestaltet sich dann die Rückfahrt durch die nun von vielen Motorschiffen befahrene Wasserfläche vor dem Markusplatz.

Hier hatten wir unglaubliche hohe Wellen von allen Seiten und alle wurden noch einmal richtig nass.

Dank gute Schöpfarbeit und der tollen Leistung der Mannschaft sparten wir uns mit den 2 km Wellenfahrt einen 10 km-Umweg und legten vor der Überfahrt noch einmal in Venedig an für ein Gruppenbild mit allen vier Mannschaften und zur Erholung.

Nach dem Verladen der Boote gingen wir noch gemeinsam mit unseren Mitpaddlern essen.

Gegen 23 Uhr vielen wir wieder alle ins Bett umd dann bereits gegen 03:00 Uhr am Morgen wieder aufzustehen und den Heimweg anzutreten.

 

Die Rückfahrt gestaltet sich, bis auf einen kleinen Schock, als problemlos.

Ich war mal wieder blind nach Navi gefahren und hatte kurz nach Innsbruck das Gefühl nicht mehr auf der eigentlich angestrebten Route zu sein.

Ein kurzer Stopp mit Blick auf die Karte ließ uns aber den Irrtum nicht erkennen und so merkten wir erst deutlich später, dass das Navi die Überfahrt des für mich noch unbekannten Fernpasses für uns vorgesehen hatte.

Mit dem schlechten Gefühl aus dem Vorjahr, da hatte mich das Navi wegen eines Staus auch über einen Pass geschickt an dem ich mit einem 12m langen Hänger wirklich Probleme bekommen hätte, wagten wir es und machten uns nach der Auskunft eines Reisenden, der Pass sei gut ausgebaut, auf den Weg.

Schnell wich dann meine kurzzeitig aufgekommene schlechte Laune wieder der allgemeinen guten Stimmung und wir fuhren die nun deutlich kürzere Strecke weiter ohne Probleme bis nach Hause.

Die Vogalonga war einfach ein unvergessliches Erlebnis, auch ohne die ganzen Komplikationen während der Fahrt.

Wir hoffen nächstes Jahr gemeinsam mit Saarbrücken mit einem vollen Boot aus Ladenburg dort teilnehmen zu können
und freuen uns auf die 40. Vogalonga 2014!

Zagg