Bereits am Mittwoch, den 11.05., wurden die Boote und das benötigte Material gerichtet. Donnerstags sollte es am späten Abend losgehen.
Häufig wurde der Wetterbericht gecheckt, er sagte nichts Gutes voraus!
Dieses Jahr waren wir mit 14 Leuten dabei, hatten vier Boote auf dem Hänger, von denen drei für die Vogalonga verliehen waren.

 

 

Claudia, Sabine und ein großer Teil der Jugendmannschaft wollten die Vogalonga gemeinsam erleben.
Claudia und Sabine flogen Freitagvormittag, Nicola Freitagabend und Mona kam am Samstag mit dem Zug hinterher.
Der Rest versammelte sich am Donnerstag bei Einbruch der Dunkelheit im Hof von Dietmar. Mit dessen Sprinter wurden die vier Boote, Material und Gepäck bewegt. Ein Opel-Neunsitzer über Dietmar vom RC-Mobile geliehen und von Sandra gesteuert, bot der Jugend gerade genug Platz für die lange Tour.

Optimal lief die fast 1000 km lange Fahrt. Keine einzige verkehrsbedingte Verzögerung, keine Panne und keine anderen Schwierigkeiten. Nach 14-15 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel so schnell wie noch nie. Allerdings war das Wetter wirklich schlecht. Als erstes wurde der Bootshänger auf dem Gelände des Kanu-Vereins in Punta Sabbioni abgestellt. Danach ging es zu den gemieteten Mobilehomes. Natürlich waren wir wieder auf dem Campingplatz Ca' Savio, der uns auch in den Jahren zuvor gute Unterkunft geboten hatte und in direkter Nähe zu unserem Ablegeplatz liegt. Beide Mobilehomes für die Jugend lagen direkt nebeneinander. Claudia und Sabine waren via Bus auch bereits vom Flughafen angekommen. Kurzes Einrichten und Ausruhen und schon flitzten wir alle zum nahen Supermarkt um uns für die nächsten Tage mit Essen zu versorgen. Das Wetter war eher nass und ließ nichts Gutes erhoffen.
Es wurde gemeinsam gekocht und man ließ den Tag gemütlich ausklingen. Sandra und ich starteten gegen 22:00 Uhr wieder um Nicola am Flughafen abzuholen. Leider landeten wir auf einer Landstraße in eine unfallbedingte Vollsperrung und so verzögerte sich die Rückkehr zum Campingplatz mit Nicola um mehr als eine Stunde.

In der Nacht regnete es wie verrückt. Unglaublich welche Wassermassen da vom Himmel kamen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück und einer kleinen Einkaufstour machten wir uns alle mit der Fähre auf den Weg um Venedig zu erkunden. Zuvor hatte eine kleine Gruppe noch unseren Hänger besucht. Dabei wurden die Boote losgebunden und die etlichen Liter Regenwasser der Nacht hinausgeschöpft. In Venedig holte ich mit Sandra am Eventbüro beim Fischmarkt die Meldeunterlagen ab. Danach suchten wir uns den Weg zum Bahnhof und sammelten Mona ein, die wegen einer Doppelsitzbuchung 6 Stunden im Zug hatte stehen müssen und kaum mehr laufen konnte.

Nach der Rückkehr gab es noch ein gemeinsames Essen bei der guten Pizzeria direkt vorm Campingplatz am Strand. Danach vielen alle ins Bett und bereiteten sich auf die Vogalonga vor.

Kurz nach 6 Uhr am Sonntag war ich mit den Ersten vor Ort und wir richteten das Material für die Boote. Nach und nach trafen die drei Teams ein und übernahmen ihr geliehenes Equipment. Sandra brachte unsere Crew mit dem Bus zum Ablegeplatz. Eigenständig wurde unser Boot gerichtet und so konnten wir dann auch schnell ablegen. Optimales Wetter zeigte sich. Der Himmel war blau und kaum ein Wölkchen zu sehen. Perfekt!

Eine unglaubliche Menge an Booten sammelte sich wieder auf der Wasserfläche vorm Markusplatz. Pünktlich um 9 Uhr startet ein Kanonenschuss das gigantische Event und die Masse an Booten setzte sich in Bewegung für den langen Rundkurs um und durch Venedig bis zum Markusplatz zurück.

Die Stimmung war spitze genauso wie das Wetter. Zwischen den unzähligen verschiedenen Bootstypen bewegten wir uns mit kleineren Pausen über den Rundkurs, umfuhren Burano, durchquerten Murano und stießen über die bekannte Engstelle der Tour in den Canal Grande, der uns zurück zum Markusplatz brachte. Unglaublich welche Massen an Booten hier durchfuhren. Einziger Wermutstropfen: es ist absolut unverständlich mit wie wenig Hirn viele Kanufahrer rücksichtslos zwischen die größeren Boote stoßen und sie so manövrierunfähig machen. Genauso extrem wie einige große Ruderboote die sich ständig selbst in diese Lage brachten weil die Steuerleute ohne ein Wort zu sagen bei jeder Gelegenheit von hinten in die Engstellen stießen und so Chaos verursachten. Vielen, auch Drachenbootfahrern, schien ihr Material einfach egal zu sein, wenn da gedrängelt und gerammt wird. Einfach unglaublich! Wir schafften es aber ohne größere Probleme unseren Weg zu finden. 

Natürlich wurde auf der "Insel der weißen Monde" (tatsächlich durch die Pipi-Pausen der Vogalonga benannt) eine Pinkelpause eingelegt. Danach paddelten wir erleichtert weiter. Auf den Brücken standen zahllose Zuschauer, die der Schlange aus Booten zujubelten. Applaus gab es, wenn wir auf das Kommando "Winken, Attention, Go" unsere zuvor angeschafften gleichen Hüte gemeinsam hoben und damit winkten. Es war einfach wieder gigantisch!

Mit dem starken Team war auch die nun nicht mehr für die Schifffahrt gesperrte Wasserfläche vorm Markuplatz kein Problem. Direkt nach der Zieleinfahrt wurden die Schwimmwesten angelegt und man paddelte das letzte Stück durch die Wellen einer größeren Pause vor der Heimfahrt entgegen.

Nachdem sich alle etwas erholt hatten, kämpften wir uns die letzten harten Kilometer bis zu unserem Anlegeplatz. Sich ständig durch Zurufe motivierend, wurde auch dieses letzte wirklich harte Stück gemeinsam bewältigt.
Nach dem Verstauen unseres Materials machten sich alle außer Mona, Frederik, Paul und mir auf den Weg zum Campinplatz. Wir warteten noch auf die anderen Teams um unsere Boote in Empfang zu nehmen und das Material zu verstauen. Dieses Jahr gab es keine Schäden an unseren Booten und es war in jeder Hinsicht optimal gelaufen.

Nachdem wir geduscht hatten fuhren wir zu einem Restaurant, in dem wir auch am Abend unserer ersten Vogalonga-Teilnahme eingekehrt waren, und gönnten uns ein leckeres Abendessen. Völlig erschöpft vielen danach alle ins Bett.

An unserem letzen Tag bei Venedig wurde uns noch einmal wunderschönes Wetter geschenkt. Nachdem der Hänger mit den Booten für die Heimreise gerichtet, die Hütten bezahlt und grob aufgeräumt waren, verbrachten wir den Tag mit Volleyball und Faulenzen am Strand.

Claudia und Sabine waren schon Vormittags nocheinmal nach Venedig übergesetzt um noch einige Sehenwürdigkeiten zu besichtigen. Abends gingen wir nocheinmal alle gemeinsam zur Pizzeria direkt vor dem Campingplatz und trafen uns danach am Strand. Fabian hatte seine Gitarre dabei, spielte und sang für uns. Wer konnte, stimmte mit ein und so hatten wir noch einen wunderschönen Abend am Strand.

Sandra und ich zogen als erstes Richtung Bett, denn wir wollten bereits sehr früh starten.

Um 3 Uhr war es soweit. Ich holte mit Fabian den Hänger. Sandra stieß mit den anderen auch dazu und wir starteten nach einem tollen Wochenende in Richtung Heimat. Nicola, Claudia und Sabine blieben zurück und nahmen den Flieger. Hätten wir uns an alle Regeln gehalten, wären wir sicher erst 1-2 Tage später angekommen. Vor dem Brenner gab es wegen der neuen Flüchtlingskontrollen 40 km LKW-Stau und auf der zweispurigen Autobahn gilt Überholverbot für Fahrzeuge mit Anhänger. Wir fuhren aber an allen LKW's vorbei, mit der Erwartung vorne dann Ärger zu bekommen.


Am Ende teilten sich die Spuren allerdings noch einmal anders auf, sodass es nicht weiter auffiel.

Im Gegensatz zur Hinfahrt verlief die Rückfahrt im Jugendbus wohl eher ruhig. Es wurde viel geschlafen und "gekuschelt" ;-)...


Bis kurz nach Ulm kamen wir ansonsten ohne Behinderung voran. Danach staute es immer mal wieder ein wenig.

Die Vogalonga 2016 war rum, alle Paddler und Boote waren heil Zuhause und wir konnten uns ersteinmal erholen.

Danke an alle die dabei waren, es war einfach genial mit euch!

 

46 km Paddelstrecke


Mona
Frederik
Julian
Tabea
Tim
Nicola
Marius
Kira
Paul
Fabian
Claudcia
Sabine
Thomas
Sandra

 

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