Es sind Sommerferien...

 

 

klar, dass die Jugend das nutzen will um gemeinsam etwas im Drachenboot zu unternehmen.
Kurzfristig geplant, eine Wanderfahrt von Kehl bei Straßburg den Rhein hinunter bis nach Mannheim und dann abbiegen in den Neckar, hoch nach Ladenburg.

 

 

Nach etlichen Telefonaten und E-Mails steht der Plan.

Dabei sind: Marius, Tim, Julian, Mona, Lena, Sandra und Zagg

 



Wir starten am 20.08.15 und kochen vormittags zusammen ca. 13 Kg Chili con carne, als Grundverpflegung in drei Rationen gepackt, vor.
18:00 Uhr, Dietmar Schuff bringt uns und das Boot zur Paddelgilde nach Kehl.Dort zelten wir die erste Nacht, essen das erste Chili und freuen uns auf den Start am nächsten Tag.

 

 

Spätestens, als das erste Frachtschiff an der Einfahrt zu unserem kleinen Hafen vorbei sauste, wurde dem letzten bewusst, dass es auf dem Rhein anders läuft als auf dem Neckar.

21.08.15, früh aufstehen, frühstücken, duschen, packen, das Boot zu Wasser lassen und beladen.
Wir haben einen Bootswagen an Bord, um das Boot an unseren Zwischenstationen bewegen zu können.

09:15 Uhr, alles ist bereit und wir legen endlich ab zur ersten Etappe.
Zu unserem Leid ist wegen des niedrigen Wasserstandes und der vielen Nebenläufe kaum Strömung und der Wind drückt von vorne.
Trotzdem haben alle super Stimmung und wir fahren mit 8 km/h unserem ersten Zwischenziel entgegen.
Ein gutes Tempo für ein ordentlich beladenes und nur mit sechs Paddlern besetztes großes Drachenboot auf fast stehendem Gewässer.

 


Das erste Highlight, die französische Schleuse bei Gambsheim.
Hier gab es im Vorfeld eine riesen Flut an Mails und Telefonaten.
Mit viel Aufwand hatten wir eine Sondergenehmigung bekommen, um dort geschleust zu werden. Bei allen anderen Schleusen war nach einem Anruf alles klar.

Wahnsinn, wie riesig die Schleusenbecken sind.
Wir können zusammen mit zwei großen Frachtschiffen und einem Sportboot direkt in eine Schleusenkammer einfahren und haben keine Wartezeit, spitze!

Ein Stück unterhalb der Schleuse legen wir an einem Kiesstrand an und machen Mittagspause.
Mit Chili, Frikadellen und Brot gestärkt machen wir uns auf den zweiten Teil der Tagesetappe.

 

 

Zum Schluss wird es auf der 34km langen Strecke etwas zäh. Die geringe Strömung wird durch den ordentlichen Gegenwind schon mehr als aufgehoben. Auch die Sonne brennt ordentlich, wie dann auch auf dem Rest der Tour.
Ein Glück das wir auch in solchen Fällen für Stimmung sorgen können. Mit Musik, Späßen und Gesang läuft es dann doch mit guter Laune bis zum Hanfsee.
Dort holen wir das Boot an einer NATO-Rampe aus dem Wasser, schieben es bis zu dem kleinen Badesee und dürfen es über Nacht auf dem Gelände der Gaststätte "Hanfseeblick" stehen lassen.

Wir packen zusammen und ziehen los in Richtung des Camping-Platzes. Gut, dass wir einen Fahrradanhänger zum Gepäcktransport dabei haben.
Der Weg zieht sich doch etwas länger als gedacht und so kommen wir alle nun völlig geschafft an unserem Tagesziel an.
Dass hier der Plan, das Deutsch-Kanadische Luftwaffenmuseum am Baden-Airpark zu besuchen platzt, weil dort dann trotz Absprache niemand zu erreichen ist, bedauert nach dem Tag dann nicht wirklich jemand.
Nach Nudeln mit Chili und einem kleinen Nickerchen brechen wir auf zu einem Abendspaziergang zurück zum Boot.
Wir schauen nach dem Rechten und gönnen uns ein Eis.
Danach geht es ab in die Zelte, morgen geht es sehr früh los!

Der zweite Tag beginnt für uns schon um 05:00 Uhr.
Packen, zum Boot, frühstücken, verladen und mit den ersten Sonnenstrahlen gleich aufs Wasser.
74 km Tagesetappe sind nicht ohne!

Wenige Kilometer nach dem Ablegen schon die nächste und letzte Rheinschleuse bei Iffezheim.
Wir werden wieder direkt, diesmal aber alleine, geschleust.

 


Die Stimmung ist spitze.
Als danach auch noch, wie erhofft, die Strömung deutlich zunimmt und wir mit 12-14 km/h den Rhein hinunter rauschen ist auch das frühe Aufstehen vergessen.

Die Strömungen hier sind schon irre. Neben dem ganzen Schiffsverkehr und den vielen Buhnen muss man wegen der vielen Unterströmungen auch aufpassen nicht eine der Bojen zu rammen, an denen wir immer wieder knapp vorbei fahren. Den Großteil der Strecke ist es relativ ruhig. Wobei wir eigentlich immer Schiffsverkehr um uns haben.Stellenweise, gerade in der Nähe zu Häfen, ist es aber schon recht turbulent.

Fast passend nach der halben Strecke legen wir in einer kleinen Bucht an, essen und machen ein Nickerchen.

 

Wir wechseln auf der Strecke immer wieder die Seiten und die Positionen im Boot und es hatte sich schnell ein "5km paddeln, dann eine kurze Pause" - Rhythmus eingestellt, der immer wieder, fast jeden Kilometer, lautstark angesagt wird.

"Noch 45 Kilometer bis nach Speyer, Noch drei Kilometer zur nächsten Pause" ertönt es da immer wieder. "Whohoo" antwortet der Rest der Mannschaft.

Es läuft einfach so runter...

Erst auf den letzten fünf Kilometern wird es so richtig zäh. Die Luft ist raus. Und trotzdem schaffen wir es uns zu motivieren und bleiben bis zum Schluss am Ball.

Speyer, endlich sind wir da. 74 Kilometer in neun Stunden bei minimaler Besatzung aber toller Besetzung!

Hier werden wir schon von Klaus, unserem Freund vom dortigen Kanuclub der mit uns bei der Vogalonga war, erwartet.

Leider kann der Schlüssel zur Schranke, die den Weg an der Anlegestellte versperrte, nicht gefunden werden.
So müssen wir, obwohl wirklich erschöpft, auch noch das Boot über die Schranke heben.

Nachdem wir uns im Jugendraum des Vereins eingerichtet hatten und geduscht waren, ziehen wir los um unser Frühstück für den folgenden Tag zu kaufen und verbringen den Abend nach der tollen Leistung bei einem guten Essen im Brauhaus Domhof direkt am Speyerer Dom.

Um 10:00 Uhr geht es am Sonntag wieder aufs Wasser. Die letzten 43 km bis Ladenburg erscheinen als Klacks, im Vergleich zur Strecke des Vortages.
Allerdings ist allen klar, dass die letzten Kilometer auf dem Neckar gegen den Strom laufen.
Wir kommen super voran und unsere Sorge, die Schleuse in Feudenheim nicht pünktlich zu erreichen, ist schnell zerschlagen. Hier können wir nur bis 15:30 Uhr geschleust werden.
Der Pausen-Rhythmus vom Vortag wird beibehalten und unglaublich schnell sind wir an der Neckarmündung.

 

 

Kaum in den Neckar gebogen erwischt es uns hart.
Nicht nur die Gegenströmung, nein, auch noch ein wirklich ordentlicher Gegenwind macht es uns schwer.
Mit 5-7 km kämpfen wir uns die 6 km bis zur Schleuse in Feudenheim.

Trotz der Schwierigkeiten erreichen wir sie bereits vor 15:00 Uhr.

 

 

Abermals dürfen wir direkt einfahren, werden dieses Mal jedoch nach oben geschleust.
Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man ganz unten in dem riesen Becken vor dem großen Tor liegt und weiß, dass dahinter der Neckar mit Unmegen Wasser gegen die Wand drückt.

Mit einem Krächzen öffnet sich der Zufluss und mit einem unglaublichen Brodeln und Schäumen füllt sich das Becken unter uns.
Freie Fahrt nach Ladenburg!

Nach einer letzten erholsamen Pause direkt an der Schleuse legen wir ab zum letzten Teil der Tour.
Im Kanal geht es durch Ilvesheim bis nach Ladenburg.

Geschafft!

Alle sind sich einig, das war spitze!
Aber nächstes Mal wollen wir es ruhiger ;-)

Ihr seid eine unglaublich tolle Truppe und ihr könnt wirklich stolz auf euch sein.
Eure Art zusammen zu halten, euch zu motivieren und auch zu beißen ist wirklich klasse!

Ich danke euch!